Baum und Recht

Baum und Recht

Baumschutz durch Gesetzgebung

01 | Kommunale Baumschutzsatzungen

Eine Stadt oder Gemeinde kann eine Satzung zum Schutz von Bäumen und Gehölzen erlassen, um den Umgang privater Grundstückseigentümer mit Bäumen und Gehölzen zu regulieren.

Damit wird die Erhaltung eines für das Stadtklima und Stadtbildes wichtigen Baumbestandes gesichert sowie gefördert.

Der Grundstückseigentümer muss sich vor Maßnahmen, wie Fällungen oder starken Rückschnitten, eine Ausnahmegenehmigung erteilen lassen. Übrigens sind nicht nur Krone und Stamm, sondern auch der Wurzelraum geschützt. Zum Beispiel darf unter dem gesamten Baum die Bodenoberfläche nicht versiegelt, befestigt, verdichtet sowie durch Kompost oder Erdaushub angeschüttet werden.

Der Antragsweg ist meist auch über die Internetseiten der jeweiligen Kommune zu erfahren. Welche Gehölze geschützt sind, kann in jeder Satzung individuell festgelegt sein und muss deshalb immer aktuell vom Eigentümer in Erfahrung gebracht werden. Wir haben die für die Städte Remscheid, Wupperal, Solingen und Velbert geltenden Regelungen für Sie im Folgenden zusammengefasst.

02 | Denkmalbereichsatzung und Denkmalschutz

Diese Satzungen gelten für eng umgrenzte Bereiche oder Stadtteile, bei denen das historische Erscheinungsbild bewahrt werden soll.
Dieses Erscheinungsbild wird meist nicht unerheblich durch einen Altbaumbestand geprägt, der dann ebenso wie die Gebäude dem Schutz dieser Satzung unterliegt.

Baumpflege im Schloss

03 | Baumschutzregelungen im Bergischen Städtedreieck sowie in Velbert

  • Remscheid
    Laut Baumschutzsatzung: Geschützt sind alle Laubbäume ab Stammumfang von 120 cm in 1m Höhe, vom Boden gemessen, außer Scheinakazien, Birken, Weiden und Pappeln. Bei den Obstbäumen sind Walnuss und Esskastanie sowie als einziger Nadelbaum die Eibe ab Stammumfang von 120 cm in 1m Höhe, vom Boden gemessen, geschützt. Bei mehrstämmigen Bäumen müssen alle Einzelstämme gemessen und addiert werden.
    Nicht geschützt sind alle anderen Obstbäume sowie alle anderen Nadelbäume.
  • Wuppertal
    Eine Baumschutzsatzung gibt es nicht. Geschützt sind alle Bäume unter Denkmalschutz, die im Bebauungsplan eingezeichnet sind und in Stadtteilen mit Denkmalbereichssatzungen (z.B. Zooviertel und Beyenburg).
  • Solingen
    Laut Baumschutzsatzung: Geschützt sind lebende Bäume aller Baumarten (Laub- und Nadelbäume) mit einem Stammumfang (StU gemessen vom Boden in 1m Höhe) von mindestens 80 cm.
    Obstbäume sind geschützt, wenn sich der Kronenansatz in einer Höhe von mindestens 170cm befindet und der StU von 80 cm erreicht wird.
    Mehrstämmige Bäume sind geschützt, wenn mindestens einer der Stämme einen Mindestumfang von 40cm aufweist und die Summe der StU mindestens 80 cm beträgt.
    Nicht unter diese Satzung fallen:
    a) einreihige geschlossene Fichtenreihen ab einem Bestand von drei Stück mit jeweiligen Stammumfängen von bis zu 120 cm,
    b) Bäume bis zu einem Stammumfang von 120 cm, die weniger als 2,50 Meter von einem vorhandenen Gebäude entfernt stehen.
    Der Messpunkt beginnt in der Mitte des Baumstammes an der Stelle, wo der Baum aus dem Boden austritt.
  • Velbert
    Es gibt keine Baumschutzsatzung. Geschützt sind alle Bäume unter Denkmalschutz, die im Bebauungsplan eingezeichnet sind und in Stadtteilen mit Denkmalbereichssatzungen (z.B. Altstadt Velbert-Langenberg).
Eule

04 | Verbote nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz

Geschützt werden durch dieses Gesetz nicht die Bäume und Gehölze selbst, sondern in erster Linie wild lebende Tiere und Pflanzen.

Seit dem 01. März 2010 müssen sich alle Bundesländer an diese Regelungen hinsichtlich der Fäll- und Schnittverbote halten. Dies gilt insbesondere für den Schutzzeitraum zwischen 1. März und 30. September.

Die überwiegende Zahl der Bäume (in Privat- und Kleingärten, Grün- und Sportanlagen, Friedhöfen) außerhalb der Wälder sind allerdings nicht von dieser Regelung über das Fäll- und Schnittverbot betroffen.

Sie bezieht sich hauptsächlich auf Straßenbäume, Alleen sowie Bäume in der freien Landschaft. Für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze auch in Privatgärten trifft sie jedoch zu. Zulässig sind aber Form- und Pflegeschnitte, die nicht über die Beseitigung des Jahreszuwachses hinausgehen.

Es gilt jedoch unabhängig vom Baumstandort:

Befindet sich eine Lebensstätte wild lebender Tiere in einem Baum, darf im Schutzzeitraum nicht geschnitten und gefällt werden. Fällung, Rückschnitt oder sonstige baumpflegerischen Maßnahmen aufgrund der Verkehrssicherheit des Baumes dürfen nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde durchgeführt werden.